Der Weg

Beyond Survival

Paguro Idea versteht die Krise als eine Gelegenheit darüber nachzudenken, Strategien zu entwickeln und umzusetzen, die auch die sozialen, ökologischen, ökonomischen und infrastrukturellen Gegebenheiten prüft und mit berücksichtigt (siehe auch „Vision“).

Für das Dorf Raghuchour und auch die umliegenden Dörfer wurde unter diesem Aspekt folgender Weg entwickelt, der neue Perspektiven ermöglicht, Diese sollen eine nachhaltigere, in die Zukunft orientierte und besser abgesicherte Lebensart sicherstellen:

Wiederaufbau der Häuser

  • Erdbebensicheres Bauen
    Unter Einbeziehung der von unterschiedlichen Organisationen (Ingenieure ohne Grenzen) und der nepalesischen Politik wurden Richtlinien und Konzepte für erdbebensicheres Bauen entwickelt. Diese sollen beim Wiederaufbau eine tragende Rolle spielen. Materialien wie Beton und Stahl spielen dabei eine wichtige Rolle und auch das Expertenwissen vor Ort, wie diese Materialien in die Planung und beim Bau der Häuser eingesetzt werden.
  • Bewahrung des kulturellen Erbes
    Die Architektur und Infrastruktur der Häuser richtet sich nach der traditionellen Lebensweise und den Bedürfnissen der Menschen, die darin leben. Dies bedeutet moderate, von den Menschen akzeptierte Verbesserungen / Änderungen der klassischen Bauweise (z.B. Trennung des Küchenbereiches von der Viehhaltung, kein offenes Feuer für den Kochbereich etc.).
  • Berücksichtigung sozialer Parameter
    Es ist leider nicht möglich, die finanziellen Mittel und die menschlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um alle Häuser gleichzeitig wieder aufbauen zu können. Deshalb wurde in vielen Einzelgesprächen vor Ort der persönliche und familienbezogene Hintergrund der Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven evaluiert. Obwohl alle Familien aus westlicher Sicht „arm“ sind, wurde eine Reihenfolge in Abstimmung mit allen Dorfbewohnern bestimmt, in der die Häuser wieder aufgebaut werden sollen. Es soll mit den fünf „ärmsten“ und „bedürftigsten“ Familien beginnen werden.
  • Partizipation der Dorfbewohner
    Die Bewohner sollen und müssen sich aktiv am Wiederaufbau beteiligen. Man wird sich gegenseitig helfen, um unter Anleitung von Experten durch persönlichen Einsatz die notwendigen Arbeiten zum Aufbau der Häuser zu bewältigen. Dabei wird neues Wissen vermittelt bzw. aufgebaut und die Dorfgemeinschaft gestärkt. Lokale Ressourcen wie Sand, Stein und Holz werden gemeinsam beschafft. Auch die von der Regierung Nepal in Aussicht gestellten Gelder für den Neuaufbau von Häusern werden dabei verwendet.

 

Verbesserung der Infrastruktur

  • Straßen und Wege
    Unter Einbeziehung der Dorfgemeinschaft werden die zum Dorf führende Straße und die Wege innerhalb des Dorfes modernisiert, ausgebaut und renoviert. Dabei werden die Anforderungen des notwendigen Materialtransportes für den Wiederaufbau der Häuser berücksichtigt.
  • Zugang zu neuen Medien
    Es soll ein „Dorfgemeinschaftshaus“ entstehen, wo der Zugang zu neuen Medien wie Fernsehen, Internet und Radio für alle Bewohner möglich wird. Darüber hinaus wird dieser Ort für aktive Wissensvermittlung und Veranstaltungen genutzt werden.

 

Neue Lebensperspektiven

  • Wasserversorgung
    Das Dorf kann mit den natürlichen Gegebenheiten und Wetterbedingungen zweimal im Jahr Nahrungsmittel anbauen und ernten. Die Planung und der Bau einer Wasserpumpe, die Wasser vom 400 Höhenmeter tieferen Fluss in das Dorf pumpt, ist als erste Maßnahme vorgesehen. Die Pumpe wird über Photovoltaik betrieben und sorgt dafür, dass eine dritte Ernte möglich wird.
  • Neue Produkte
    Mit einer dritten Ernte können die Menschen traditionelle Produkte anbauen. Diese können entweder für den Eigenbedarf verwendet werden oder durch Kauf oder Tausch zu neuen Möglichkeiten für die Menschen werden. Mit Agrarexperten werden auch für die Region völlig neue Produkte evaluiert (wie Kaffee, Tee etc.), die zu einer neuen Einkommensquelle für die Menschen werden können. Für die Entwicklung und den Aufbau eines entsprechenden Geschäftsmodells kommen die Konzepte und das Expertenwissen aus dem Social Business zur Anwendung.